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Storytelling – Ein Leitfaden, wie Sie eine Geschichte erzählen, die Ihr Unternehmen zum Leben erweckt

Das Erzählen von Geschichten ist eines der mächtigsten Werkzeuge in der Geschäftswelt. Es wird seit Jahrhunderten eingesetzt und ist auch heute noch ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Von der Antike bis in die Neuzeit war das Erzählen von Geschichten eine Möglichkeit, Wissen weiterzugeben, Beziehungen aufzubauen und Menschen zu beeinflussen. Im digitalen Zeitalter ist das Erzählen von Geschichten der beste Weg, um mit Kunden, Interessenten und Mitarbeitern zu kommunizieren. Es ist ein wirksames Mittel, um Ihr Publikum einzubinden, Vertrauen zu schaffen und Loyalität aufzubauen.
Inhalt

Was genau ist Storytelling eigentlich?

Storytelling bedeutet nichts anderes als einer anderen Person eine Geschichte zu erzählen.

Eine Geschichte ist eine Abfolge von Ereignissen, die einen Anfang, eine Mitte und ein Ende hat. Sie kann mündlich oder schriftlich erzählt werden. Sie kann von einer einzelnen Person oder von einer Gruppe erzählt werden. Sie kann mit Worten oder Bildern erzählt werden. Die Vorstellungskraft des Zuhörers ist es, was die Geschichte so interessant macht.

Der Wettbewerb in der Geschäftswelt wird immer härter. Es ist nicht leicht, sich in einem Meer von anderen Unternehmen hervorzuheben. Das Erzählen von Geschichten ist eines der mächtigsten Werkzeuge in der Geschäftswelt.

Von der Antike bis in die Neuzeit war das Erzählen von Geschichten ein Mittel, um Wissen weiter zu geben, Beziehungen aufzubauen und Menschen zu beeinflussen. Eine Geschichte kann mit Worten, Bildern, Video, Musik, Ton, Tanz, Skulptur, Malerei, Architektur oder einer beliebigen Kombination dieser Elemente erzählt werden.

Im digitalen Zeitalter ist das Erzählen von Geschichten der beste Weg, um mit Kunden, Interessenten und Mitarbeitern zu kommunizieren. Es ist ein wirksames Mittel, um Ihr Publikum einzubinden, Vertrauen zu schaffen und Loyalität aufzubauen.

Geschichten werden dabei verwendet, um Produkte und Dienstleistungen zu bewerben. Sie werden aber auch verwendet, um zu informieren, zu lehren und zu unterhalten. Tatsächlich sind die besten Geschichten diejenigen, die etwas Wichtiges lehren, gleichzeitig unterhalten und die Zuhörer bzw. Leser sogar noch inspirieren.

Sie geben mit einer Story Ihrem Unternehmen eine menschliche Note. Die Menschen wollen wissen, wer Sie sind. Sie wollen wissen, warum Sie da sind. Sie wollen wissen, was Sie für sie tun können. Wenn Sie Ihre Geschichte erzählen, zeigen Sie ihnen, dass Sie ihre Bedürfnisse verstehen und in der Lage sind, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Und ganz wichtig für die Kundenbindung – sie wollen wissen, dass Sie für sie da sind.

Warum Sie unbedingt Storytelling in Ihrem Business nutzen sollten

Nach einer Untersuchung der Stanford School of Business erinnern sich Menschen 22 mal mehr an Storys als an reine Fakten. Durch den emotionalen Trigger bauen die Empfänger eine Bindung zu dem Helden oder der Heldin auf und versetzen sich in deren Lage, sodass sich die Erfahrungen der Helden fast wie die eigenen einprägen.

Darüber hinaus fanden Sie auch heraus, dass Storys mehr als 2x sogut verkaufen, als andere Methoden.

Das sind nur zwei bereits mit Studien nachgewiesene Effekte des Storytellings, aber das Potential geht weit darüber hinaus. So können Storys auch im täglichen Businessleben genutzt werden, um Mitarbeiter zu motivieren. Zum Beispiel kann durch die Nutzung einer Story beim Aufstellen der Quartalsziele in der OKR-Methode die Identifikation mit dem Unternehmens-Objective, wie der Zeit von angeschauten Videos der eigenen Marke mit über 30.000 Minuten pro Woche. Auch tägliche Handlungen von Mitarbeitern können durch Storys beeinflusst werden, indem das Wertesystem des Unternehmens greifbar und emotional gestaltet wird.

Gerade im Kontext von Innovationen ist das Storytelling einzigartig, um die notwendigen Informationen für Veränderungen zu transportieren oder auch auszuarbeiten. Vom Bestandteil eines einzelnes Tool im Design Thinking bis hin zum Aufbau eines Pitches oder eines Business Planes um Investoren zu überzeugen.   

Die 5 Elemente einer guten Story

Eine Story – egal ob im Geschäftsleben oder in einem Märchen – besteht grundlegend aus einer einfachen Reihe von Komponenten: 

Der Held oder die Heldin der Handlung

Mit diesem Hauptcharakter der Story soll sich der Zuhörer der Story identifizieren und die Entwicklung während der Story begleiten.

Das große Ziel

Das Ziel der Story ist nichts anderes als das Warum. Warum erzählen Sie diese Geschichte überhaupt? Warum macht sich der Held auf eine beschwerliche und anstrengende Reise?

Der Konflikt

Auf der Heldenreise trifft der Hauptcharakter Ihrer Story auf Widerstände und Hindernisse, die entweder direkt mit einer aktuellen Situation vergleichbar sind oder metaphorisch auf bestimmte Gedanken und Handlungen des Publikums übertragbar sind, wie z.B. in einer Fabel.

Die Dramaturgie

Die meisten einfachen Geschichten basieren auf dem Dreiakteschema mit der Beschreibung der Ausgangssituation und Einführung des Helden, den auftretenden Komplikationen bzw. Aufbau der Widerstände und deren Zuspitzung in einem Ereignis sowie der schlussendlichen Auflösung. 

Spannungsbogen im Storytelling
Spannungsbogen im Storytelling

Die große Auflösung

Am Ende jedes Storyplots findet durch die Entspannung der Situtation oder Überwindung der Hindernisse eine anschließende Reflektion statt, entweder noch als Bestandteil der erzählten Geschichte oder gedanklich für jeden Zuhörer selbst im eigenen Kopf. Durch die Auflösung wird die Botschaft transportiert und gezielt eine Reaktion beim Publikum implementiert, weshalb hier gerade im Bereich des Storytelling für Unternehmen nochmal höhere Sorgfalt herrschen muss, um die Call to Action zu positionieren. 

Aufbau einer guten Story

Der Aufbau beim Storytelling ist grundsätzlich immer sehr ähnlich, egal ob Sie einen Blogbeitrag, ein Videos oder eine von Artikeln planen, einen Cartoon zeichen oder auch ein Podcast aufnehmen wollen. Die wichtigste Grundregel beim Entwickeln von Storys ist, dass Storytelling Spaß machen muss. 

Positionierung

Erstens muss dies allen klar sein, damit der Planungsprozess des Storytellings auch vom Unternehmen unterstützt wird. Viele Geschichten, die von vornherein nicht funktionieren, haben eine schlechte Positionierung. Sie können keine Story erstellen, wenn Sie keine klare Vorstellung davon haben, was Sie Ihren Kunden bieten und warum. Der erste Schritt besteht also darin, Ihre Vision und die Unternehmenspositionierung zu klären. Aber das Wichtigste ist, dass Sie eine klare Vorstellung von dem idealen Kunden Ihres Unternehmens haben. 

Als nächstes müssen Sie sicherstellen, dass Sie die Fragen „Was macht uns anders?“ und „Warum sollten sich unsere Kunden für uns entscheiden?“ beantworten können. Die Antworten auf diese Fragen werden Ihnen bei Ihrer Positionierung helfen. Wenn Sie diese Fragen nicht beantworten können, müssen Sie Zeit darauf verwenden, herauszufinden, was Sie wirklich anders machen als andere Unternehmen und warum man sich überhaupt für Sie entscheiden sollte. Formulieren Sie ihren Unique Selling Point als Basis für Ihre Story so klar und einfach aber unmissverständlich wie möglich. 

Anschließend können Sie die Kernbotschaft Ihrer Story formulieren, die Ihr Wertsystem für den Kunden erfahr- bzw. erfühlbar macht.

Hinweis: Sollten Sie noch kein Unternehmensleitbild mit Vision und Mission erarbeitet haben, empfehlen wir im Rahmen der Positionierung dies nachzuholen und dabei auch den Golden Circle von Simon Sinek* mit einzubeziehen und die Fragen Warum, Was und Wie zu klären.

Konzept erarbeiten

Der Aufstieg der digitalen Medien hat dazu geführt, dass Unternehmen ihre Kommunikationsstrategien und -prozesse anpassen müssen, um dem Wandel Rechnung zu tragen. Unternehmen müssen einen Kommunikationsansatz wählen, der sowohl effektiv als auch effizient ist. Das gilt unabhängig davon, ob Sie eine Website, eine mobile App, ein Call Center oder einen anderen Kanal nutzen.

Erstellen Sie eine einfache Ist-Analyse und schauen sich mit Hilfe einer angepassten SWOT-Analyse die Stärken, Schwächen, Risiken und Chancen an, die Sie selbst haben und Ihre potentiellen Kanäle sowie zu transportierenden Botschaften. 

Tipp: Vielen hilft die Erstellung eines Kommunikationskonzeptes in Form eines kleinen Plakates, um mit einem Blick den Fokus auf die eigene Markenbildung jederzeit zurückzubekommen.

Zielgruppenanpassung

Nachdem Sie Ihre Positionierung und Ihr Konzept ausgearbeitet haben, ist es wichtig nicht nur die Kernbotschaft, sondern auch die Ausrichtung der Story gezielt auf die entsprechende Zielgruppe, für die Sie bestimmt ist, anzupassen. 

Warum? 

Die Wirkung der Story entsteht in den Köpfen des Publikums, weshalb es unerlässlich ist die Geschichten so zielgerichtet wie möglich zu erarbeiten, da Sie die Gedanken der Hörer bzw. Leser nur teilweise steuern können. 

Überlegen Sie sich zuerst, wie Sie nur Ihre Kernbotschaft anpassen können und kümmern sich in der zweiten, dritten oder auch erst vierten Iteration um den Rest Ihrer Story. Welche Emotionen sollen die Empfänger der Story fühlen? Welche Rahmen und Erlebnisse verbindet die Zielgruppe? Was ist der richtige Hook (Aufhänger), um die Aufmerksamkeit zu triggern? Was beschäftigt die Zielgruppe im Alltag oder im Beruf?

Hinweis: Für ein klares Bild der Kunden sorgen Tools wie die Persona oder eine Empathy Map. Um noch ein bisschen tiefer in das Kundenverständnis abzutauchen, hilft auch immer die Erstellung einer Customer Journey Map. Für viele Storys ist es notwendig das Warum des Kunden genau zu verstehen und auf Ursachenforschung hinter den Antworten und Argumenten der Kunden zu gehen. Nutzen Sie hierfür das 5-Why Framework und bauen anschließend Ihre Story auf diesen Erkenntnissen auf. 

Thema

Sie können Ihren Kunden nicht einfach sagen, worum es bei Ihrem Produkt geht. Sie müssen zunächst eine Geschichte finden, in die Sie Ihre Botschaft integrieren können.

Grundlegend können für den Aufbau des Themas und der Dramaturgie, die folgenden sieben Muster verwendet werden:

  • Das Monster überwinden

  • Der Weg von Arm zu Reich (Vom Tellerwäscher zum Millionär)

  • Eine Suche nach …

  • Eine Reise mit Rückkehr (und Veränderungen) 

  • Komödie

  • Tragödie

  • Wiedergeburt des Helden

Tipp: Erstellen Sie vor dem Schreiben Ihrer Story eine kleine Checkliste mit Ihrer Kernbotschaft, aller Nebenbotschaften, Ihrem Markenkern, Ihrer Vision und den Eigenschaften Ihrer Zielgruppe an den Sie den Helden der Story ausrichten können. Dies erleichtert dann den Fokus im Erstellen der Story.

Leitfaden schreiben

Der Moment der Wahrheit rückt näher – Sie müssen sich entscheiden, wie Ihre Geschichte aussehen soll. Sie sollten entscheiden, ob Ihre Handlung in der dritten Person oder in der ersten Person erzählt werden soll. Wer ist der Protagonist und wer sind die Antagonisten und was ist das Hauptproblem, das der Held oder die Heldin lösen muss? 

Wichtig: Je genauer und besser Ihr Verständnis für Ihre Zielgruppe ist, desto besser können Sie Ihre Story auf diese Personen zuschneiden und umso effektiver kann Ihre Story seine Wirkung entfalten. 

Nachdem Sie den Leitfaden Ihrer Story in einfacher Form, wie z.B. einer Stichpunktliste oder in Form einer Mindmap oder einem Flussdiagramm erstellt haben, kommen Sie zur eigentlichen Ausformulierung der Story.

An den Kanal anpassen

Letztendlich ist es wichtig, dass Sie sich überlegen, wie Ihre Geschichte am besten über verschiedene Medien vermittelt werden kann. Sie sollten sicherstellen, dass Sie das beste Kommunikationsmedium für Ihr Publikum und Ihren Schreibstil wählen. 

Tipp: Falls Sie andere Plattformen und Medienformate wählen wollen, die Sie selber aber kaum beherrschen, sollten Sie unbedingt professionelle Hilfe z.B. für den Videodreh oder die Grafikerstellung durch Freelancer oder die eigene Marketingabteilung hinzuziehen. Begehen Sie nicht den Fehler, die Wirkung Ihrer Story durch schlechte Umsetzung zu zerstören. 

Storytelling Beispiele

Es gibt eine Vielzahl von sehr guten Storys im Content Marketing für Firmen und nahezu zu jedem Thema lassen sich gute Storytelling Beispiele finden, um diese zu transportieren. Die folgenden Beispiele gebe nur einen kleinen Eindruck von dem, was mit Storytelling alles möglich ist. 

ESA

Ein gutes Beispiel für einen Unternehmensfilm ist „Ambition“ von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Vielleicht erinnern Sie sich an einen dieser Unternehmensfilme, in denen es heißt: „Unsere Werte sind XYZ und wir sind zu Dies und Das verpflichtet und wir sind die Besten weil ABC“. Aber stattdessen positionieren Sie einen wirklich guten Kurzfilm, der zeigt, warum Sie genau das tun was Sie tun.

Hinge

Auch wenn manche Menschen Dating-Apps hassen, haben sie die Art und Weise, wie wir Liebe finden, völlig verändert. Ob Sie nun Tinder, Bumble oder eine andere App verwenden, Ihr Telefon hat die Art und Weise, wie Sie mit Ihrem Partner in Kontakt treten, verändert.

Trotz allem ist Hinge eine App, die behauptet, die Dinge anders machen zu können.

Der Erfolg dieser Geschichte besteht darin, dass sie eine sehr reale, sehr gefühlsbetonte Situation künstlerisch interpretiert und darstellt haben, was viele eigentlich beim Dating empfinden wollen. 

Warby Parker

Dieses Videos zeigt sehr eindrucksvoll, wie auch technische Prozesse in Verbindung mit Qualitätsbewusstsein und Storytelling das Markenbild emotional aufladen können. 

Land Rover

Der Held dieser Geschichte ist natürlich der Land Rover. Es ist eine Jubiläumsfeier der klassischen Land Rover-Marke. Die Interviews in dem Video geben einen echten Einblick in die Art und Weise, wie dieses Auto den Menschen damals geholfen hat und sie zeigen auch die aktuelle Nutzung dieses Fahrzeugs durch die lokalen Gemeinden.

Burt's Bees

Die Marke Burt’s Bees hat eine wunderbare Geschichte zu erzählen. Burt war ein echter Mann, ein charmanter Hippie mit einer aufgeschlossenen Persönlichkeit. Diese Kombination aus Erzählung und Bildern erzählt uns, wer Burt war und warum er tat, was er tat.

Patagonia

Reverse Psychology von Patagonia
Reverse Psychology von Patagonia

Die Warnung gab den Verbrauchern die Möglichkeit, ihre Kaufgewohnheiten zu überdenken und verknüpfte dies mit dem Gedanken, dass die richtige Wahl auch die richtige Marke beinhalten sollte.

Die Kampagne ist erstaunlich ehrlich und erklärt, wie viel Abfall bei der Herstellung dieser Jacke anfällt. Die Geschichte der globalen Erwärmung ist für Unternehmen wie Patagonia zu einem Alptraum der Öffentlichkeitsarbeit geworden. 

Zusammengehalten wird die ganze Idee durch das Leitbild „save the world with Patagonia“.

Ökologisches Bewusstsein und Nachhaltigkeit sind dabei gerade im Marken-Storytelling Trends, denen die meisten Unternehmen mehr Beachtung schenken sollten.  

Tipps für besseres Storytelling

Die gute Nachricht ist: Storytelling ist nicht einfach jedem in die Wiege gelegt und man kann es oder man kann es halt nicht. Es ist eine Fähigkeit, wie vieles andere auch und lässt sich erlernen und trainieren. 

Mit den folgenden Tipps werden auch Sie die Kunst Storytelling mit der Zeit erlernen und Geschichten auf kreative und effektive Weise erzählen können. Dabei ist es egal, ob Sie diese für Ihr Content Marketing in Social Media, als Speaker auf großen Bühnen oder auch für die Kommunikation Ihrer Werte im eigenen Unternehmen nutzen wollen.

Kopieren und Verändern 

In der gesamten Menscheitsgeschichte gibt es immer wieder herausragende Geschichtenerzähler, die das Storytelling auf ihre ganz eigene Art und Weise perfektioniert haben. Jeder Autor, Filmregisseur, Content Creator oder Unternehmer bzw. Selbstständige, die eine „gute Story“ ihrer Unternehmen mit Emotionen erzählen und ihre Produkte mit Erfolg positionieren, kann Ihnen dabei als Vorbild dienen.

Wenn Sie gerade mit Storytelling anfangen, empfiehlt es sich den Aufbau und die Struktur eines bekannten Werkes, vielleicht eines Autors, den Sie selbst sehr gerne lesen oder aus Ihrem Lieblingsfilm als Basis, für Ihre eigene Story zu verwenden, damit Sie direkt starten und loslegen Ihre Geschichte zu erzählen. Denn auch im Storytelling gilt Übung macht den Meister und dazu gehört auch der erste Schritt und die erste nicht perfekte Story einfach zu erzählen. 

Wichtig dabei ist nur, dass jede Geschichte einzigartig ist und auch Ihre am Ende sein sollte. Nutzen Sie die kopierte Basis als Blaupause und verändern Sie alles bis Sie sich am Ende wohlfühlen.

Gehen Sie dann raus zu den ersten potenziellen Kunden und beobachten deren Reaktionen bis Sie erkennen, an welchen Punkten Sie ihre Story noch anpassen müssen.

Storytelling ist keine statische Kunst, sondern ein iterativer Prozess und Sie können Ihre Story jederzeit verbessern.

Hinweis: Gerade im Bereich des Aufbaus neuer Unternehmen und deren Geschäftsmodelle ist das Storytelling ähnlich zu einem oder direkt ein früher Prototyp Ihrer Idee (MVP) und kann mit der Build Measure Learn Loop aus dem Lean Startup Ansatz verbessert werden.  

Du bist nicht der Held oder doch?

Oft wird im Storytelling der Fehler begangen sich selbst und sein Unternehmen als den Helden der Geschichte zu positionieren. 

Versuchen Sie es doch ein Mal anders und machen Ihr Publikum zum Helden, indem der Protagonist der Story ein Stellvertreter von Ihnen ist. Sie selbst und Ihr Unternehmen ermöglichen durch Ihre Produkte oder Dienstleistungen, dass sich Ihr Publikum selbst zum Helden entwickelt und somit voller Stolz auch bei Ihnen kaufen möchte.

Wenn Sie selbst früher oder auch jetzt noch Teil der Zielgruppe sind, können Sie sich nicht nur als Heldenmacher positionieren, sondern auch als Stellvertreter des Publikums, also als den Helden Ihrer Story.

Ehrlich und verletzlich

Ihre Geschichte sollte authentisch sein. Sie sollte Ihre Persönlichkeit und Ihre Werte widerspiegeln. Sie sollten nicht versuchen, jemand anderen zu spielen oder so zu tun, als wären Sie jemand, der Sie nicht sind, denn das Publikum wird das eher früher als später bemerken.

Glaubwürdigkeit ist einer der wichtigsten Faktoren, wenn Sie Storytelling zum Aufbau Ihrer Brand als Unternehmen nutzen wollen. 

Um eine gute Geschichte zu erzählen, müssen Sie dafür sorgen, dass sich das Publikum auf einer persönlichen Ebene mit Ihnen verbindet. Sie müssen sehen, was Sie durchmachen oder zumindest glauben, dass es möglich ist, die Dinge genauso zu erleben. Seien Sie also realistisch. Auf diese Weise werden sich die Menschen mit Ihnen identifizieren und Sie können sich mit ihnen auf einer menschlichen Ebene verbinden. 

Das Publikum 

Es ist wichtig, das Publikum zu kennen. Je mehr Sie sich in das Publikum hineinversetzen können, desto mehr wird es Ihre Botschaft verstehen. 

Herz

Ihr Publikum ist wie eine Gruppe von Menschen auf einer Party. Sie haben ihre eigene Agenda. Einige von ihnen wollen unterhalten werden. Andere wollen sich mit ihren Mitmenschen verbunden fühlen. Einige wollen etwas lernen. Andere wollen bewegt werden. Einige wollen inspiriert werden. Andere wollen lachen. Wenn Sie die Bedürfnisse Ihres Publikums verstehen, können Sie ihm ein bestimmtes Gefühl vermitteln. Sie können sie zum Lachen, zum Weinen oder zum Schreien bringen, wenn sie wütend sind. All diese Emotionen können mit der richtigen Geschichte im Storytelling gezielt angesprochen werden. 

Kopf

Dennoch muss auch der Verstand des Zuhörers bei guten Storytelling angesprochen werden. Somit müssen Sie sich oft auf den schmalen Grad zwischen nachdenklicher Geschichte mit Kernbotschaft und dem Anregen von Emotionen begeben. Grundlegend ist es allerdings die Aufgabe des Erzählers den Zuhörer zum Nachdenken anzuregen und ihn die Dinge auf eine neue Art sehen zu lassen und ihm die Möglichkeit zu geben, zu sagen: „Hätte ich das gewusst?“

Kennen Sie ihre Zielgruppe

Es stimmt, dass die besten Storyteller Geschichten erzählen, die die Menschen auf Augenhöhe ansprechen. Das bedeutet, dass Sie recherchieren und Fragen stellen müssen, um Ihre Zielgruppe kennenzulernen, bevor Sie mit dem eigentlichen Storytelling beginnen.

  • Wer ist die Zielgruppe für diese Geschichte?

  • Was würde die Geschichte für dieses spezielle Publikum noch interessanter machen?

  • Haben Sie eine bestimmte Botschaft, die Sie dieser Zielgruppe vermitteln möchten?

  • Wie können Sie diese Botschaft in eine Geschichte einbinden, die die Zuhörer fesselt und ihre Aufmerksamkeit erhält?

  • Welche Informationen haben die Zuhörer vorher schon?

  • Welche Inhalte würden das Publikum langweilen?

  • Was wissen die Menschen noch nicht?

Interaktion

Bemerkenswerte Geschichten haben eine interaktive Struktur und lassen den Zuhörer zumindest gedanklich daran teilhaben. Wenn Sie noch einen Schritt weitergehen und z.B. eine Frage an das Publikum richten, die sogar den Verlauf der Geschicht beim freien Erzählen verändern kann, fühlen sich die meisten Zuhörer gleich integrierter. Aber auch wenn Sie die Frage nicht beantworten können, wie in einem Video, schafft es die Frage den Zuhörer zum Nachdenken anzuregen und wird damit durch Ihr Storytelling in die Geschichte hineingezogen.

Stellen Sie beispielsweise die offenen Fragen

  • Was denken Sie, wie sich unser Held entscheiden wird?

  • Wie würden Sie in dieser Situation handeln?

  • Was glauben Sie, hat zu dieser Situation geführt?

  • Was wäre Ihnen in diesem Moment wichtig?

  • Haben Sie schon mal eine ähnliche Situation erlebt?

Sie müssen kein aktives Gespräch beginnen, aber so wird das Publikum in das Denken und Fühlen des Protagonisten miteinbezogen. Sie sehen sich selbst in Ihrer Geschichte und sind emotional involvierter.

Grafik einer Checkliste

Zusammenfassung

Die Warnung gab den Verbrauchern die Möglichkeit, ihre Kaufgewohnheiten zu überdenken und verknüpfte dies mit dem Gedanken, dass die richtige Wahl auch die richtige Marke beinhalten sollte.

Die Kampagne ist erstaunlich ehrlich und erklärt, wie viel Abfall bei der Herstellung dieser Jacke anfällt. Die Geschichte der globalen Erwärmung ist für Unternehmen wie Patagonia zu einem Alptraum der Öffentlichkeitsarbeit geworden. 

Zusammengehalten wird die ganze Idee durch das Leitbild „save the world with Patagonia“.

Ökologisches Bewusstsein und Nachhaltigkeit sind dabei gerade im Marken-Storytelling Trends, denen die meisten Unternehmen mehr Beachtung schenken sollten.  

Checkliste für gute Storys:

  • Simpel – sowohl in der Struktur der Geschichte als auch in der Sprache, dies ermöglicht die bessere Verankerung der Story im Gedächtnis des Publikums

  • Bildhaft – versuchen Sie mit den Worten Bilder im Kopf des Publikums zu erzeugen oder nutzen Sie Bilder und bewegte Bilder als Träger für die Geschichte

  • Ehrlichkeit – übermäßig geschönte oder unwahre Geschichten schlagen nach dem Bekannt werden der „Lüge“ äußerst negativ auf die eigene Marke zurück

  • Spannung – der Aufbau des Spannungsbogens sorgt für den Aufbau der emotionalen Verbundenheit und Identifikation mit dem Helden der Story

  • Informationen – der Zuhörer oder Leser Ihrer Story muss einen Mehrwert durch Neuigkeiten oder neuer Verknüpfung bestehender Informationen erfahren, um einen Aha-Effekt zu erleben

  • Emotionen – durch gezieltes Ansprechen verschiedener Informationen können Sie die Wahrnehmung des Publikums lenken und durch die Identifikation mit den Emotionen des Helden auch diese mit Ihren Produkten bzw. Ihrer Botschaft verbinden

  • Unterhaltsam – versüßen Sie dem Publikum den Tag mit einem Lächeln, um die Story und jeglichen Inhalt und viel wichtiger noch die daraus entstehenden Gedanken bei jedem einzelnen Menschen mit positiver Wahrnehmung zu verbinden

  • Vorbildhaft – schaffen Sie einen Helden als Teil der Zielgruppe, um die Identifikation mit ihm und den in der Story gemachten Erfahrungen zu erleichtern

  • Happy End – erzeugen Sie immer einen positiven Endeindruck, da dieser dem Publikum am ehesten in Erinnerung verbleiben und diese dann mit der Marke oder der Kernbotschaft verbinden

  • Aufschlussreich – die Kernbotschaft oder auch die „Moral von der Geschicht“ sollte einen Aha-Effekt beim Publikum auslösen, damit diese besser behalten wird und ihre Wirkung effektiver entfalten kann

  • Call-to-Action – die Story ist meist der Eintritt in die eigentliche Markenwelt eines Unternehmens, weshalb dem Zuhörer auch klar sein muss, was er als nächstes zu tun hat, damit er auch ähnliche Erfahrungen machen kann. 

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