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Geschäftsmodelle: Der Schlüssel zum Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens

In der modernen Welt ist es schwer vorstellbar, dass es ein Unternehmen ohne Geschäftsmodell gibt. Der Grund dafür ist einfach: Um erfolgreich zu sein, muss jedes Unternehmen wissen, wie es Geld verdienen will und was seine Kunden brauchen. Ein Geschäftsmodell hilft Ihnen bei der Beantwortung dieser und vieler weiterer Fragen!
Inhalt

Definition eines Geschäftsmodells

Leider gibt es bisher keine allgemein gültige und breit akzeptierte Definition des Begriffes eines Geschäftsmodells. Die hier dargestellte Definition eines Geschäftsmodells umfasst eine praktisch anwendbare Version:

Das Geschäftsmodell eines Unternehmens beschreibt in einfacher Art und Weise das Nutzenversprechen an den Kunden sowie die Wertschöpfungskette, um diesen Nutzen herzustellen und die Ertragsmechaniken um einen Teil des geschaffenen Wertes vom Kunden wieder an das Unternehmen zurückfließen zu lassen.

Was ist der Zweck eines Geschäftsmodells?

Um langfristig erfolgreich mit Ihrem Unternehmen zu sein, müssen Sie ihre Idee mit vielen verschiedenen Partnern, Investoren, Banken oder auch Lieferanten besprechen. Darüber hinaus hilft ein Modell als strategisches Entwicklungstool, um an Ihrem Unternehmen arbeiten zu können. Dabei versuchen verschiedene Geschäftsmodelltypen mit unterschiedlicher Detailtiefe Sie bei den jeweiligen Planungsphasen und Kommunikationsaufgaben zu unterstützen.

Wenn Sie wissen wollen, wie z.B. …

… Airbnb ohne ein Zimmer zum größten Hotelunternehmen

… Apple ohne eine CD zum größten Musikanbieter

… Amazon ohne ein einziges Ladengeschäft zum größten Buchhändler

… Skype zum Kommunikationsanbieter ohne eigene Netzwerkinfrastruktur …

… wurde. Sollten wir uns einzelnen Geschäftsmodellen widmen, die ihnen bei der Entwicklung ihres Startups oder Unternehmens helfen. Schauen wir uns zuerst einmal die drei gängigsten Modelle an.

Die drei am häufigsten eingesetzten Geschäftsmodell Tools und ihre optimalen Einsatzfelder

Der St. Galler Business Model Navigator™

Dieses Geschäftsmodell ist in von den hier dargestellten Methodensets das am stärksten vereinfachteste Modell und ist damit optimal geeignet, um Ihre Idee schnell und einfach zu erklären, um damit in kurzer Zeit eine optimale Diskussionsgrundlage zu erhalten. Innerhalb von 15-30 Minuten haben Sie bereits in einem kleinen Workshop, die ersten diskutierten Ergebnisse. Damit ist dieses Modell besonders für schnelle Erfolge geeignet.

Das St. Galler Business Model Navigator™- Modell stellt die folgenden vier Fragen in den Fokus der Betrachtung.

  • Wer – Wer sind unsere Zielkunden?
  • Was – Was bieten wir den Kunden an?
  • Wie – Wie stellen wir die Leistungen her?
  • Wert – Wie wird Wert erzielt?

Dabei wurden von den Autoren Oliver Gassmann, Karolin Frankenberger, Michaela Csik im Buch „Geschäftsmodelle entwickeln*“ die Aspekte des Nutzenversprechens, der Wertschöpfungskette und die Ertragsmechanik im „magischen Dreieck“ dargestellt.

St. Galler Business Model Navigator™
Magisches Dreieck des St. Galler Business Model Navigator™

Das Business Model Canvas

Das etwas komplexere Business Model Canvas von Strategyzer ist dabei geeigneter, um tiefer in die Geschäftsmodellanalyse und -Entwicklung einzusteigen. Dabei ist die Darstellung auf nur einer Seite immer noch ideal für die Visualisierung von Ideen.

Dies ist das von uns in den Beratungen am häufigsten eingesetzte Tool, weshalb wir auch hierzu nochmal eine tiefergehende Artikelserie veröffentlicht haben.

Im Business Model Canvas steht die Frage des Wertangebots bzw. Werteversprechens für den Kunden im Fokus und wird durch 8 weitere einzelne Canvas-Felder umringt.

BMC nach Strategyzer
Original Business Model Canvas - BMC von Strategyzer
BMC als Workshopvorlage
Business Model Canvas als Vorlage aus unseren Workshops

Wünschenswert

Für die Beschreibung der Bedürfnisse des Kunden und dem daraus abgeleiteten Werteangebot wird der Bereich des Wünschenswerten durch die vier Felder: Werteangebot, Kundenbeziehung, Kanäle und Kundensegment zusammengesetzt und beschreibt die Frage des Wer und damit das Nutzenversprechen und welche Zielgruppe angegangen wird. Zur weiteren Detaillierung wurde von Osterwalder und Pigneur das Value Proposition Canvas entwickelt.

Machbarkeit

Die Felder Schlüsselpartner, Schlüsselaktivitäten und Schlüsselressourcen detaillieren dabei die Machbarkeit des Geschäftsmodells und klären damit aus dem Kontext des St. Galler Business Model Navigator™, die Frage des Wie.

Rentabilität

Der dritte Bereich Rentabilität des Business Model Canvas beschreibt die Wertschöpfung und damit den Wert, der zum Unternehmen zurückfließt. Für diese Betrachtung werden die Kostenstruktur und die Einnahmequellen gegenübergestellt.

Im Querschnitt dieser drei Bereiche liegt das zentrale Werteangebot, womit die Frage des geschaffenen Wertes aus dem St. Galler Business Model Navigator™ geklärt wird.

Darstellung der drei Bereiche des BMC - links oben Machbarkeit - rechts oben Wünschenswert - unten Rentabilität
Die drei Bereiche des BMC

Das Lean Canvas

Das von Ash Maurya weiterentwickelte Lean Canvas basiert auf den Grundzügen des Business Model Canvas in Kombination mit dem Lean Startup Ansatz und wurde im Buch „Running Lean*“ veröffentlicht. Durch die enthaltenden Anpassungen ist es speziell auf die Anwendung für digitale Geschäftsmodelle ausgerichtet.

Es legt dabei den Fokus auf einen iterativen Prozess und die Begleitung durch die Skalierung von digitalen Geschäftsmodellen. Dieses Canvas-Modell setzt sich aus den folgen Punkten zusammen

  • Problem inklusive existierender Alternativen
  • Lösungsidee des Problems
  • Schlüsselparameter zum Messen
  • Einzigartiges Werteangebot
  • Unfairer Vorteil
  • Kanäle
  • Kundensegmente inklusive den Early Adoptern
  • Kostenstruktur
  • Einnahmeströme
Lean Canvas aus unseren Workshops
Lean Canvas aus unseren Workshops

Mehr Informationen, wie Sie mithilfe des Lean Canvas stufenweise die drei Risikotypen: Produktrisiken, Kundenrisiken und Marktrisiken reduzieren können, finden Sie in dem hier verlinkten Artikel.

Der Kreativität bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen sind keine Grenzen gesetzt.

Während einst starke Firmen wie AEG, Grundig, Nixdorf Computer, Triumph, Brockhaus, Agfa, Kodak, Quelle und Schlecker langsam schrumpften und einige teilweise komplett verschwanden, konnten andere Firmen wie Amazon, Google, Apple, Salesforce, Netflix, Uber, Spotify, Hilti, Nestle und Starbucks mithilfe ihrer Geschäftsmodelle kontinuierlich Wachstum generieren.

Im Buch “Geschäftsmodelle entwickeln*” werden 55 innovative Konzepte beschrieben, wie einzelne Geschäftsmodelle funktionieren. Diese finden sie in Kurzform auch in unserem Wiki. Im folgenden Text beschränken wir uns auf die 11 Wichtigsten für die Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen.

Was gibt es für digitale Geschäftsmodelle?

Während uns offline Geschäftsmodelle früher dauerhaft begegneten, so sind in den letzten 30 Jahren einige dieser Geschäftsmodelle auf die digitale Welt übertragen worden, wodurch digitale Geschäftsmodelle entstanden sind. Sie zeichnen sich dabei dadurch aus, dass mindestens eine der Komponenten in der Werterstellung, dem Vertrieb oder der Kommunikation mit dem Kunden online stattfindet. Doch was für digitale Geschäftsmodelle gibt es eigentlich?

E-Commerce

Der Klassiker unter den digitalen Geschäftsmodellen ist E-Commerce. Es beschreibt den Online-Verkauf von Produkten und Dienstleistungen.

Für den Kunden ergibt sich dabei oft der Nachteil, dass physische Produkte vor dem Kauf nicht getestet werden können. Im Gegenzug dazu fallen die meist zeitintensiven Beratungsgespräche weg und die daraus folgenden Einsparungen können als Preisvorteil an den Kunden weitergegeben werden. Darüber hinaus erhält der Kunde eine höhere Markttransparenz, eine hohe Verfügbarkeit sowie die zeitunabhängige Möglichkeit von überall aus einzukaufen.

Der größte Vorteil für den Betreiber eines solchen Geschäftsmodells ist, dass jeder einzelne Schritt der Käufer auf der Website anonym analysiert werden kann. Somit kann mittels gezielter Datenanalyse, Auswertungen und A/B-Splittesting der Onlineshop sukzessive an den Kundenbedarf ausgerichtet und somit die Conversionrate (Verkaufserfolge) erhöht werden. Zusätzlich können potenzielle Neukunden schneller und einfacher sowohl über personalisierte Onlinewerbung in verschiedenen Social Media Kanälen als auch mittels Suchmaschinenoptimierung (SEO) akquiriert werden. Darauf, wie dieser bezahlte Wachstumsmotor für digitale Geschäftsmodelle funktioniert, gehen wir in einem weiteren Beitrag zum Thema Lean Analytics genauer ein.

Flatrate

Flatrate Geschäftsmodelle zeichnen sich für den Kunden durch einen kalkulierbaren Festpreis über einen bestimmten Zeitraum mit unbegrenzter Nutzung der Dienstleistung oder des Produktes aus. Somit erhält der Kunde die volle Kostenkontrolle und die Investitionskosten sinken erheblich. Gerade für den Aufbau von Abteilungen oder Startups lässt sich so die Kapitalbindung erheblich senken, bis der Break-Even-Point erreicht wurde.

Für den Betreiber eines Flatrate Geschäftsmodells ist dies meist rentabel, solange die Vielnutzer und Wenignutzer sich ausgleichen. Damit die Kosten für die Bereitstellung der Leistung nicht überproportional steigen, wird oft eine Obergrenze für die Nutzung festgelegt. Sollte man sich dieser Abschwächung des Flatrategedankens bedienen, muss die Obergrenze für den Großteil der Nutzer kaum erreichbar sein. Ansonsten drohen schnell Beschwerden und damit einhergehend Imageverluste und die Vorteile für den Nutzer schlagen um in Frustration.

Freemium

Das Freemium-Modell ist ein weiterer Klassiker unter den digitalen Geschäftsmodellen. Bei diesem wird ein Teil des Werteangebotes kostenlos (Free) angeboten und einige Funktionen oder eine Erweiterung des Produktes kostenpflichtig in einer Premium-Version angeboten.

Um mittels Freemium eine erfolgreiche Strategie zu verfolgen, muss die angebotene kostenfreie Basisversion gezielt vom Funktionsumfang so ausgewählt werden, dass eine möglichst große Nutzergruppe angesprochen wird. Umsätze in diesem meist digitalen Geschäftsmodell entstehen allerdings erst, sobald ein Nutzer einen Bedarf an Funktionen hat, die er in der Premiumvariante des Produktes abgedeckt bekommt. Diese Premiumfunktionen sollten nicht für die grundlegende Bedürfnisserfüllung der breiten Maße notwendig sein, da sonst die Viralität durch Weiterempfehlungen eingeschränkt wird. Eine erfolgreiche Freemium-Strategie unterscheidet meist zwischen Casualnutzern, die die Free Angebote nutzen und Experten-Nutzer die dann die kostenpflichtigen Erweiterungen nutzen. Für die digitale Transformation ihres Angebotes sollten bei der Festlegung welche Funktionen für welche Zielgruppe nutzbar sind dringend mittels Splittesting das optimale Verhältnis zwischen Conversion, Viralität und Customer Acquisition Cost ermittelt werden. Mehr Einblicke zu diesem Thema erhalten Sie in unserem Artikel zum Thema Lean Analytics.

Hidden Revenue

Das beliebteste digitale Geschäftsmodell von den größten Digitalfirmen wie Google und Facebook ist Hidden Revenue bei dem nicht der Verkauf von einem Produkt oder eine Dienstleistung im Vordergrund steht, sonder das Wachstum der Nutzerbasis. Die Generierung der Umsätze erfolgt meist durch Verkauf von Nutzerdaten oder das Schalten von Werbung. Dieser Einnahmenstrom subventioniert dabei die entsehenden Kosten durch die Nutzung des Produktes.

Gerade auf Plattformen wie Youtube.com oder Spotify.com sowie den großen Social-Media-Plattform wie Facebook, Instagramm und Tiktok wird durch die Werbeeinnahmen nicht nur das betreibende Unternehmen finanziert, sondern auch die externen Contentersteller finanziert. Ein analoges gutes Beispiel sind Gratiszeitungen, die durch Werbeanzeigen finanziert werden, um dann überhaupt gedruckt und an die Zielkunden ausgeliefert werden können.

Digitale Geschäftsmodelle wie das Hidden Revenue sollten beim Design der Funktionen und der Nutzung komplett auf den Nutzer ausgerichtet sein. Denn der Mehrwert für den Betreiber eines solchen Business ist abhängig von der Nutzererfahrung und Weiterempfehlungsrate (Viralität). Diese NutzerErfahrung (User Experience – UX) sollte nicht durch die Ausstrahlung von Werbung zu stark reduziert werden. Allerdings müssen die entstehenden Kosten durch die Nutzung eingespielt werden, durch die mittleren Werbeeinnahmen pro Nutzer, da ansonsten langfristig dieses digitale Unternehmen nicht überleben wird. Um dies zu erreichen wird Fingerspitzengefühl und Testing benötigt, damit die Absprungraten durch zu viele Werbeanzeigen nicht dem Wachstum entgegensteht. Hier empfehlen wir ihr digitales Geschäftsmodell messbar zu gestalten und dauerhaft zu beobachten. Mittels geeigneter Analyseverfahren und dem Einsatz übersichtlicher Dashboards kann dies ins Controlling und Management ihres Unternehmen leicht eingebunden werden.

Affiliation

Das Medial wohl bekannteste digitale Geschäftsmodell ist Affiliation. Nahezu jeder Influencer oder Blogger verdient durch Weiterempfehlungen von Produkten eine Provision beim Verkauf. Beim Affiliation verdient sowohl der Hersteller des Produktes oder der Dienstleistung durch den Verkauf als auch der Empfehler. Aus diesem Grund ist dieses Geschäftsmodell auch mittlerweile so beliebt, dass nicht nur Blogs, Foren, Preisvergleichsseiten oder Videoblogger und Influencer ihren Lebensunterhalt darüber finanzieren, sondern auch große Magazine und Onlinezeitungen.

Das weltweit bekannteste Unternehmen das durch ihr Affiliate-Partnernetzwerk ein extremes Wachstum erzeugen und mittlerweile eines der größten börsennotierten Unternehmen der Welt ist, ist Amazon. Die Bandbreite der Vermittlungsprovisionen für die Partner beläuft sich bei physischen Produkten von 1-7%, wie bei z.B. Amazon oder Zalando üblich, bis hin zu 50% bei digitalen Software as a Service Lösungen. Mittlerweile gibt es einige Drittanbieter Seiten auf denen E-Commerce Unternehmen ihre Partnerprogramme outsourcen. Einige der bekanntesten sind z.B. AmazonPartnerNet, Tabolla oder Awin.

Auch wir nutzen Affiliation in unserem Blog als Einnahmequelle, indem wir vertiefende Literatur passend zu dem Themen der Artikel über Amazon weiterempfehlen. In diesem Artikel sind es z.B. die Bücher „Geschäftsmodelle entwickeln*„, „Business Model Generation*“ und „Running Lean*„.

Peer-to-Peer

Der Begriff Peer-to-Peer ist vermutlich den meisten Lesern nicht sofort als Geschäftsmodell bekannt. Allerdings ist es bei genauerer Betrachtung einfach erklärt und bietet für die digitale Transformation von bestehenden Geschäften oft ein enormes Potenzial.

Während Peer-to-Peer in der IT für die direkte Kommuniktation zwischen mindestens zwei gleichberechtigten Geräten steht, wird im Kontext von digitalen Geschäftsmodellen von der Transaktion zwischen Privatleuten über einen Vermittler gesprochen. Dieser Vermittler ist im Digitalen meist eine Plattform wie Ebay oder Zopa oder den in den letzten Jahren sehr stark gewachsenen Airbnb und Uber.

Der größte Vorteil für die Betreiber eines solchen Geschäftsmodells ist, dass die Nutzer meist selber die Leistungen für andere Kunden bereitstellen und sich so ein regelrechtes Ökosystem bildet. Das wertstifftende Wirtschaftsgut muss nicht wie in anderen Geschäftsmodellen durch hohe Investitionen gekauft werden. Das bedeutet, dass der Fokus im Betrieb der Unternehmen meist auf der Vermarktung ihrer Plattform liegen kann und erhebliche Kapitalbindungen reduziert sind. Die Anschaffungskosten für diese Wirtschaftsgüter liegen häufig bei den Nutzern selber.

So konnte Airbnb z.B. zum größten Vermittler von Schlafplätzen für Touristen werden, ohne auch nur ein einziges Hotel zu kaufen oder zu bauen. Uber konnte in den USA zum größten Vermittler von Fahrten werden, ohne einen einzigen Taxifahrer einzustellen oder ein Taxi zu kaufen.

Ein Beispiel für dieses Geschäftsmodell in kleinerem Kontext ist eines unserer Kundenunternehmen DRIVAR.de, bei der Sportwagenbesitzter diese an Autoliebhaber vermieten können, die einmalig den Fahrspaß mit diesen Autos erleben wollen.

Subscription

Das Geschäftsmodell Subscription bezeichnet die Abnahme einer definierten Leistung über einen vorher definierten Zeitraum. Dieses Modell wird von sehr vielen digitalen Unternehmen genutzt, um über ihre cloudbasierte Software regelmäßige Einkommensströme zu erhalten, die leicht kalkulierbar sind und eine Verlässlichkeit erzeugen. Aus diesem Grund sind Software as a Service Unternehmen für Startup-Investoren äußerst beliebt. Für die Kunden und Nutzer des Subscription Modell ist es von Vorteil, dass Sie hohe Anschaffungskosten vermeiden und kalkulierbare und skalierbare Lösungen erhalten, um beim Aufbau ihres eigenen Unternehmens die Kosten mitwachsen oder im privaten Kontext einmalige hohe Ausgaben vermieden werden können.

Wichtig bei der Umsetzung dieses Muster ist, dass die Kunden die mittel- bis langfristige Bindung an den Betreiber nicht als Abofalle wahrnehmen. Dies kann erreicht werden, in dem Funktionen regelmäßig überarbeitet und der Nutzen regelmäßig erhöht wird, womit normalerweise für die Nutzer immer wieder Investitionsspitzen vermieden werden, was als Vorteil für den Kunden wahrgenommen werden kann.

Eines der bekanntesten Beispiele für die Anwendung des Subscription Muster im Softwarebereich ist Salesforce, die Kundenverwaltung als Cloudlösung anbieten.

Two-Sided Market (Plattform)

Das Geschäftsmodell Two-Sided Market zeichnet sich dadurch aus, dass es zwei Nutzergruppen gibt. Diese werden im Kontext von digitalen Geschäftsmodellen verbunden durch Online-Plattformen. Der größte Vorteil der Plattform-Modelle ist, dass der erzeugte Mehrwert auf beiden Seiten steigt, je mehr Nutzer auf der anderen Nutzerseite vorhanden sind. Unternehmen die diese Two-Sided Market Geschäftsmodelle betreiben, haben meistens mit dem Henne-Ei-Problem zu kämpfen, da ohne die jeweils andere Nutzerseite wenig Nutzen entsteht. Deshalb gestaltet sich das Marketing für dieses Modell meist sehr schwer, bis der jeweilige Grenznutzen für beide Seiten überschritten ist. Allerdings entsteht ab diesem Punkt meist ein erhebliches Wachstum für die Plattformen. Um diesen Grenznutzen zu schaffen, werden meist Anreizsysteme für eine der beiden Zielgruppen geschaffen. Um eine eigene erfolgreiche Plattform zu etablieren, muss auf diesen Punkt beim Entwickeln der Strategie besonderes Augenmerkt gelegt werden. Bei der digitalen Umsetzung eines solchen Geschäftsmodell ist es wichtig beide Seiten und die damit verbundenen Kenngrößen für beide Seiten im Auge zu behalten. Oftmals sinken die Akquisekosten mit jedem weiteren gewonnen Nutzer ab.

Die wohl bekanntesten Plattformen und Anwender von Two-Sided Market als Geschäftsmodell sind Facebook, eBay, Amazon, Google und Zappos.

Open Source

Unternehmen die digitale Geschäftsmodelle betreiben, kommen selten drumherum, sich mit den Vor- und Nachteilen von Open Source Lösungen zur Integration oder gar als Basis ihrer eigenen Leistung zu beschäftigen. Das besondere am Open Source Modell ist, dass das Produkt nicht von der Firma selbst, sondern durch eine öffentliche Community entwickelt wird. Gerade bei Software ist Open Source sogar ein Qualitätsmerkmal, da der Code von vielen Entwicklern gesichtet, bewertet und sukzessive verbessert wird. Open Source Software kann jeder frei installieren und einsetzen, die Chance für Monetarisierung liegt meist im Aufsetzen und Betreiben von Servern und Vertrieb über Subscription Modelle oder dem Verkauf von Erweiterungen für die Open Source Basissoftware.

Die wohl jedem bekannte Plattform Wikipedia.org betreibt dieses Modell seit Jahren und stellt für viele Nutzer einen ersten Anlaufpunkt dar, um sich mit neuen Themen zu beschäftigen. Entgegen der oben beschriebenen Möglichkeiten für die Umsatzgenerierung setzt Wikipedia auf Spenden als Einkommensquelle. Das Unternehmen Red Hat betreibt Open Source als Basis all seiner digitalen Geschäftsmodelle und hat damit mittlerweile einen Umsatz von 3,36 Millarden US Dollar 2019 erwirtschaftet.

User Designed

Das Geschäftsmodell User Designed macht den Kunden zum kreativen Kopf hinter dem Produkt und den Betreiber des Modell zum Helfer bei der Produktion. Gerade in der Modebranche konnte eine digitale Transformation erreicht werden, in dem T-Shirts, Hosen und Jacken sowie Pullover und ähnliche Kleidungsstücke hochgradig indiviidualisiert werden konnten. Dies gelang einigen Unternehmen wie z.B. Spreadshirt, Prontplant oder Shirtinator über eine digitale Plattform dem Kunden zu ermöglichen sein Design hochzuladen und das Bedrucken oder Besticken übernimmt dann das jeweilige Unternehmen. Das besondere an diesem Modell ist oft, dass die hochgeladenen Designs auch anderen Kunden zur Verfügung gestellt werden und der ursprüngliche kreative Schöpfer je verkauften T-Shirts oder anderem Produkt eine feste Beteiligung erhält. Somit entsteht mit der Zeit für die Betreiber dieses Geschäftsmodell eine vielfältige Basis an Designs und damit verbunden eine kreative Community. Ein weitere Vorteil ist, dass Kosten für die Erstellung von Designs gegenüber anderen Modefirmen gegen null laufen und damit höhere Margen erzielt werden können. Für den kreativen Schöpfer entsteht so der Vorteil seine Schaffenskraft unternehmerisch zu verwirklichen ohne die entsprechenden Kosten für die Anschaffung der Infrastruktur.

Auction

Das Geschäftsmodell der Auction ist wohl eines der ältesten bekannten Modelle und wurde durch die Digitalisierung mittlerweile mehrfach auf die verschiedensten Bereiche im Internet angewendet. Ein gutes Beispiel für die Anwendung dieses Geschäftsmodell in nahezu allen Bereichen ist Ebay. Der Betrieb dieses Modell ermöglicht es Unternehmen die Preisfindung für bestimmte Produkte oder Dienstleitungen direkt von der Nachfrage abhängig zu machen, indem die Kunden in die Lage versetzt werden zu bieten, was sie bereit wären für dieses Produkt auszugeben.

Gerade bei einzigartigen Objekten oder stark limitieren Produkten kann durch die Nutzung des Auction Geschäftsmodell hohe Preise und damit Margen erzielt werden, da durch die Knappheit die individuelle Zahlungsbereitschaft der potenziellen Käufer gesteigert werden können. Mittels der Wettkampfkomponente unter den Käufern kann so häufig ein regelrechter Bieterwettstreit entbrennen zu gunsten des Verkäufers.

Gerade durch die Digitalisierung kann die erreichte Bieteranzahl gegenüber offline Auktionen stark erhöht werden und damit steigt die Chance auf hohe Verkaufspreise erheblich. Die Betreiber von Auction Plattformen verdienen meist in dem sie einen prozentualen Anteil an dem eingespielten Verkaufspreis erhalten. Aus diesem Grund versuchen diese Plattformen mittels Werbung die Basis an Bietern zusätzlich zu erhöhen, wodurch nicht nur Sie sondern auch die Verkäufer profitieren.

Wie Sie neuartige digitale Geschäftsmodelle entwickeln können?

Für die Entwicklung von ertragreiche und neue Geschäftsmodelle sollte man bei den Kunden anfagen und mithilfe von Tools wie Persona, Empathy Map, Customer Journey Map oder Jobs-to-be-Done Canvas starten und anschließend mit Hilfe des Design Thinking Prozesses sukzessive optimieren. Zur Risikominimierung sollten die Grundsätze des Lean Startup verfolgt werden. Eine Erweiterung auf bisherige Nichtkunden kann für die Schaffung komplett neuer Märkte mit der Blue Ocean Strategie erfolgen. Somit können auch digitale Geschäftsmodelle entwickelt werden, an die bisher noch kein anderes Team gedacht hat.

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