Grafik zum Lean Canvas

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Das Lean Canvas: Ein Werkzeug, mit dem Sie Ihre Ideen auf die Probe stellen können, bevor Sie anfangen, sie zu bauen

Was ist Lean Canvas und wie funktioniert es? Lean Canvas ist ein Geschäftsmodell, das ein Start-up Team dabei unterstützt, ihre eigenen Geschäftsideen schnell zu validieren. Das Lean Canvas als Tool wurde von Ash Maurya entwickelt, einem Unternehmer, der die Lean-Startup-Methode für Unternehmen in der Frühphase angepasst hat. Es ersetzt bestimmte Bausteine des Geschäftsmodells von Osterwalder durch solche, die vor allem für Startups in der Anfangsphase sehr relevant sind.
Inhalt

Ash Maurya Entwickler des Lean Canvases

Das Lean Canvas ist eine durch Ash Maurya weiterentwickelte Abwandlung des von Alex Osterwalder ursprünglich entworfenen Business Model Canvas (BMC). Dieses Abwandlung basiert auf dem „The Lean Startup“ Gedanken und wurde zuerst auf seinem Blog Leanstack und danach in seinem Buch „Running Lean*“ veröffentlicht.

Warum oder wann sollte man das Lean Canvas nutzen statt des Business Model Canvas?

Während sich das im Business Model Generation veröffentlichte BMC auf das Werteangebot und die Passfähigkeit zum Kunden konzentriert (Problem Solution Fit), ist das Lean Canvas mehr auf den Produkt-Market Fit ausgelegt. Nachdem Investment Readiness Level (IRL) von Steve Blank* könnte damit das Business Model Canvas bereits bei IRL 3 angesiedelt werden und das Lean Canvas Modell bei IRL 5. Damit ist es expliziet näher an der Umsetzung der Geschäftsidee angesiedelt.

Ein weiterer wichtiger Unterschied in der Herangehensweise von Alexander Osterwalder zu der von Ash Maurya besteht darin, dass im Business Model Canvas das Produkt des eigenen Unternehmens mit dem Werteangebot gleich gesetzt wird und diverse Kennzahlen nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Gedanken von Maurya hingegen zielen dabei darauf, dass das Erzeugnis eines Startups oder Unternehmen nicht das hergestellte Produkt oder die Dienstleistung ist sondern die Umsetzung eines Geschäftsmodells. Wodurch sich der Einsatz von Lean Canvas eher für die Aufgabe von den Unternehmern direkt bezieht, mit dem Gedanken nicht in Ihrem Unternehmen zu arbeiten sondern an dem Unternehmen.

Ein weiterer Punkt, den es zu beachten gilt ist, dass dieses Canvas nicht nur auf den Grundgedanken von The Lean Startup aufsetzt, sondern auch von einem IT-Startup Team mit dem Fokus auf Software Development entwickelt worden ist.

Lean Canvas aus unseren Workshops
Lean Canvas aus unseren Workshops

Welche Bestandteile gehören zum Lean Canvas?

Das Lean Canvas Model als Tool besteht aus neun einzelnen Feldern, wobei die drei wichtigsten Felder nochmal jeweils ein bedeutendes Unterfeld besitzt.

Im grundlegendem Aufbau ist auf der linken Seite des Lean Canvas die Produktbetrachtung und auf der rechten Seite die Marktorientierung abgebildet. Diese zwei Seiten sollten im Fall eines guten Geschäftsmodells bestmöglich in Deckung gebracht werden. Als Schnittpunkt ist dabei die Unique Value Proposition zu verstehen.

Die zwei Seiten des Lean Canvas
Die zwei Seiten des Lean Canvas

Die Linke Seite des Lean Canvas

Die Linke Seite dieser Abbildung dient der Analyse ihres Produktes und dem Fokus auf die notwendigen Schritte.

Problem:

Skizzieren Sie die 3 Hauptprobleme ihrer Kunden.

Existierende Alternativen

Für die Problembeschreibung sollten Sie sich auch Gedanken machen, wie Ihre Zielkunden aktuell dieses Problem lösen.

Solution:

Skizzieren Sie die 3 wichtigsten Funktionen ihres Produktes oder der Dienstleistungen.

Key Metrics:

Skizzieren Sie die messbaren Schlüsselaktivitäten, die Sie durchführen müssen um ihr Unternehmen erfolgreich betreiben zu können.

Cost Structure:

Machen Sie sich Gedanken darüber, wie hoch die Kosten iher Kundenakquise oder die entsprechenden Vertriebskosten, Hosting-Kosten und Ähnliches sind.

Die rechte Seite des Lean Canvas

Für die Beschreibung des Marktes, auf dem Sie aktiv werden wollen, ist die rechte Seite des Lean Canvas Model entwickelt worden.

Unfair Advantage:

Unfair Advantage zeigen auf, was genau an Ihrem Produkt sowohl technisch als auch in der Wahrnehmung der Kunden nicht durch Konkurrenten erzeugt werden kann und so ihr unfairer Vorteil gegenüber der Konkurrenz darstellt. Dieser unfairer Vorteil ist einer der Schlüsselkomponenten für ihren Wettbewerbsvorteil.

Channels:

Fokussieren Sie sich beim Ausfüllen auf die Kanäle, über die Sie ihre Kunden erreichen und akquirieren wollen.

Customer Segments:

Stellen Sie sich die Frage. Wer genau ihre Kunden sind? Konzentrieren Sie sich expliziet auch auf die Unterkategorie der Early Adopter

Early Adopter:

Was genau sind die charakteristischen Eigenschaften ihrer Kunden, die auch ihr unfertiges Produkt unbedingt nutzen und kaufen würden?

Revenue Streams:

Bei Revenue Streams im deutschen Erlösmodel geht es darum, wie hoch die Customer Lifetime Value ist und über welchen Kanal und in welcher Höhe Einnahmen in ihr Unternehmen fließen müssen. Bei der Betrachtung geht es dabei auch im Detail um den Deckungsbeitrag oder die Bruttogewinnspanne um die Rentabilität ihrer Geschäftsidee zu bestimmen.

Schnittpunkt

Im Mittelpunkt und damit als Übergang zwischen der rechten und linken Seite steht das Feld des einzigartigen Werteangebotes.

Unique Value Proposition

Um ihr Produkt erfolgreich zu platzieren, benötigt jede Geschäftsidee eine einzigartige, überzeugende Botschaft. Bei der Formulierung dieser Aussage sollten Sie darauf achten, dass Sie sie diese mit der Sprache ihrer Zielgruppe beschreiben. Setzen Sie dabei Ihren Schwerpunkt darauf, warum Sie anders sind als die Anderen und es sich lohnt genau ihr Produkt zu kaufen.

High Level Concept

Im Feld „High Level Concept“ soll ein kurzer und einprägsamer Slogan die Chance bieten, ihre Idee in ein für die Stakeholder also Investoren, Kunden sowie Partner einem Vergleich darzustellen, der bekannte Muster mit Ihrer Idee verknüpft und so die Akzeptanz zu erhöhen.

ein Beispiel hierfür ist:

  • Das Netflix für E-Learnings
  • Das Tinder für Kreative
  • das Uber für Schlafplätze

In welcher Reihenfolge sollte man das Lean Canvas ausfüllen?

Die hier dargestellte Grafik zeigt Ihnen in welcher Reihenfolge Sie am besten das Canvas ausfüllen sollten.

Lean Canvas mit Ausfüllreihenfolge
Lean Canvas mit Ausfüllreihenfolge

Wie sollte man die einzelnen Aussagen im Lean Canvas validieren?

Bei jedem Umsetzungsversuch einer Idee, egal ob in einem Startup oder einem bestehenden Unternehmen, weißt jedes Projekt die drei folgenden Risikogruppen in unterschiedlichen Ausprägungen auf.

  • Produktrisiko
  • Kundenrisiko
  • Marktrisiko

Um diese Risiken systematisch zu reduzieren und eine nachhaltige Lösung zu finden, empfiehlt es sich die einzelnen Geschäftshypothesen sukzessive zu validieren. Die untenstehende Grafik zeigt hierfür Risikominimierungsstrategien mit entsprechenden Pfaden und Reihenfolgen, in welcher diese überprüft werden können. Experimentieren Sie bereits mit dem MVP meint Minmal Viable Product, um das Risiko zu minimieren.

Lean Canvas mit Risikominimierungspfaden
Lean Canvas mit Risikominimierungspfaden

Wie Sie noch tiefer in die Risikominimierung eintauchen können

Extrahieren Sie aus dem ausgefülltem Canvas die jeweiligen dahinter stehenden Geschäftshypothesen von denen Sie überzeugt sind und sortieren jedes Beispiel in einer Assumption-Map. Entwickeln Sie anschließend Testszenarien und halten diese strukturiert in Experimentkarten fest. Nehmen Sie nach jedem Test-Durchlauf die gesammelten Erkenntnisse in Lernkarten auf und entwickeln ihre Geschäftsidee iterativ weiter um eine nachhaltige Lösung zu finden.

Falls Sie mehr zum Thema Geschäftsmodelltests oder der Ermittlung weiterer Kennzahlen (KPIs) erfahren wollen, können wir ihnen unseren Artikel zum „Risikomanagement für Geschäftsmodelle“ empfehlen.

Literaturempfehlung zum Thema:​

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